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Koraes

 

 

 

Koraes

 

Auf Chios liegt eine der größten Bibliotheken Griechenlands, die "Adamantios Koraes" Bibliothek. Sie wurde 1792 als eine Abteilung der Great Chian School gegründet und beherbergt heute eine wichtige Sammlung von über 130.000 Büchern.

 

Neben der Größe macht der Ursprung der Bücher die Bibliothek so interessant. Die ersten wurden von Adamantios Koraes, dem Gründer der Bibliothek  und vielen seiner Freunde (viele von ihnen waren im Ausland lebende Griechen) gespendet. Später war die Argenti Familie, der "Hauptspender", für das Füllen der Bibliothek mit immer neuen und wichtigen Werken zuständig. Insbesondere in den 70er Jahren kamen so viele neue Bücher nach Chios. Auch viele andere Chioten haben ihre persönliche Bücherkollektion der Bibliothek gespendet. Solche bedeutenden Beiträge kamen u.a. von Ioannis Andreadis, Zorzis und Tarze Dromokaitou, Alex. Pachnos, Georgios Michalinos, Alex. Votsanis, Leonis Kalvokoresis und Georgios Theotokas.

 

Vor dem Chios Massacre 1822, war die Bibliothek die wichtigste in der gesamten Region. Dann, nach dem großen Beben 1881, wurde sie in ein neues Gebäude verlegt, wo sie seitdem auch zu finden ist und dessen zweites Stockwerk nach 1948 von Philip Argenti hinzugefügt wurde.

 

Heute gehört die Bibliothek dem Libraries Department of the Ministery of Education and Religios Affairs an. Sie veröffentlicht einen verständlichen Katalog ihrer Sammlung und Archive, besitzt eine Ausleihstelle und hat einen mobilen Bibliotheksbus für die Dörfer von Chios. In den letzten Jahren wurde vor allem an der Modernisierung der Lagerungs- und Zugangssysteme gearbeitet, um die Zufriedenheitsrate der Bibliothek unter den Benutzern, Besuchern und Wissenschaftlern zu steigern.

 

 

Biographie von Koraes

 

Adamantios Koraes wurde 1748 in Smyrni als Sohn eines chiotischen Händlers, Ioannis Koraes und seiner Frau, Thomeatha Risiu geboren. Er studierte zuerst in Griechenland und dann bis 1778 in Amsterdam, wo er eine Karriere im Business begann, Fremdsprachen lernte, sich wissenschaftlichen und philosophischen Büchern widmete und an den  intellektuellen Bewegungen teilnahm. Nach ein paar Jahren, die er wieder in seinem Mutterland verbracht hatte, ging er 1782 nach Montpelier, um Medizin zu studieren und später nach Paris, wo er sich mit wissenschaftlichen Untersuchungen und der Veröffenltichung der Ergebnisse beschäftigte.

 

Während seines Lebens arbeitete er erfolgreich in verschiedenen Wissensgebieten, wie zum Beispiel Medizin, Ethik und Philosophie. Seine Werke fanden nicht nur in Griechenland, sondern auch in Europa und USA Gehör. Sein ethnischer Beitrag ist historisch besonders wertvoll, weil es kein griechisches Problem gibt, das ihn nicht interessiert hat, dem er nicht nachgegangen ist und zu dem er nicht seine Meinung mitteilte. Er unterstütze Schulen, wo es ihm nur möglich war und vertrat Werte wie Freiheit und Demokratie und strikte Ablehnung und Kritik am Despotismus und autoritären Tendenzen.

 

Eine seiner bedeutendsten Taten war die Einrichtung einer beeindruckenden Bibliothek mit 3, 500 Büchern in Paris, die er nach seinem Tod nach Chios verlegt haben wollte. Dieser Wunsch wurde ihm schließlich erfüllt und nach vielen Verschiebungen entstand doch die "Adamantios Koraes" Bibliothek auf Chios. Er starb 1833 und konnte noch die Befreihung einiger Teile seines Vaterlandes miterleben, nicht aber die Befreihung seines geliebten Chios.

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